| letzte Kommentare / Ach, ach. All diese... monolog / .... und nach all... kopfherz / Oh, danke. Da freu... monolog / Öh, nö.... monolog / ... auch nach all... kopfherz / Sind Sie in Hamburg... arboretum / Super, ne? Ich hab... monolog / Ach, in der Luft... kid37 / Erledigt :) Da... monolog | |
![]() |
|
|
... neuere Stories
22
März
This is not the voice of reason
It's the cross I was chosen to bear This is not the voice of reason. Make an example of me --iLiKETRAiNS/Voice of Reason Heute ist so ein Tag, mit so einem Wetter, an dem man auch gut nichts anderes tun könnte als iLiKETRAiNS zu hören. Ich geh jetzt trotzdem mal raus, an den Bahnhof, und nehme sie mit, denn dorthin passen sie ja auch mehr als gut.
Prag, die letzte.
Die Nacht ist ein Drama - um mich herum befinden sich Schulklassen, deren Durchhaltevermögen, selbst und wahrscheinlich gerade alkoholisiert, meines bei weitem überschreitet. Je später der Abend, desto hysterischer das Gelächter, desto unsicherer und wankender die Vorbeilaufenden. Aber ich war ja auch mal jung, also beschwere ich mich nicht, setze die Kopfhörer auf und versuche, die Jugend zu ignorieren, was nur bedingt gelingen will. Halligalli die ganze Nacht mach ich selbst oder mag es nicht. So geht wohl alt werden.
Da es weiterhin regnet und auch hier Museen montags tendentiell geschlossen haben, bin ich planlos, was zu tun ist. Das von mir angepeilte kubistische Museum hat zwar auch geschlossen, in seinem Museumsshop werde ich aber daran erinnert, dass ich die Galerie Futurista in Augenschein nehmen wollte. Dort bietet man hübsche Dinge feil, von denen ich einige kaufe - ein Kosmonautenshirt für den, der bald Geburtstag hat, und auch etwas für mich selbst, ein Künstlerbuch, das osteuropäische Flyerkunst präsentiert, namens I wanna be your dog. Könnte ich auch mal wieder hören, fällt mir dabei ein. ![]() Im Bric a Brac, einer Ansammlung mehr oder minder antiker Preziosen, das ich mangels auffindbaren Flohmarktes aufsuche, gefällt mir mit traumwandlerischer Sicherheit eine unbezahlbare, riesige Kakaodose von Anfang des 20. Jahrhunderts. Draußen stelle ich mit Erschrecken fest, dass Jan Saudek, der mit den schrecklichen Mann-Säugling-Fotos in schwarz-weiß, hier eine ganze eigene Galerie betreibt. Gruselig. Fehlt nur noch Rosina Wachtmeister in der Nachbarschaft. Weil es endlich mal nicht regnet, mache ich mich auf den Weg zur Schäl Sick Prags, das Hradčany. Endlich darf ich wieder Metro fahren und mich an den farb-und formschönen Stationen freuen. Ich stelle fest, einige der Rolltreppen können es an Höhe und Geschwindigkeit durchaus mit denen Londons aufnehmen - als ich wegen eines unerwarteten Huckels im Boden direkt vor der Rolltreppe mich bereits mit gebrochenem Genick sehr schnell ganz unten landen sehe, merke ich mir vorübergehend, dorthin zu schauen, wo es wichtig sein könnte. ![]() Drüben angekommen, erklimme ich eine 250-Stufen-Treppe und beschließe erschöpft, erst einmal Rast machen zu müssen. Das auf dem Weg liegende Oma-Cafe mit Grammophon, durchgesessenen Chaiselongues und alten Bügeleisen auf der Treppe, das eine Dependance meines Lieblingsteehauses daheim, Schorschs Teehaus, sein könnte, bietet sich da geradezu an. Die Bibliothek, die ich besichtigen möchte, ist vorübergehend geschlossen, sodass ich mich zur Taverne der sieben Schwaben (keinen einzigen gesehen) durchfrage, einem heimelig und düster eingerichteten Restaurant mit Wandmalereien, Folterkammer und getrocknetem Hopfen in den Durchgängen. Ein mittelalterlich gekleideter Kellner, nicht a. (für authentisch), wie die B. grinsend anmerken würde, stellt mir zuallererst mal eine Schale voll geröstetem Mais vor das dunkle Bier. Das ist mein Mann! Sehr erdig, das alles hier. Dunkle Holzbänke und -tische, mittelalterliche Ritterrüstungen, irdenes Geschirr. Daheim möchte ich das natürlich alles nicht haben, aber hier passt es. Das Essen schmeckt gut, das Bier erst recht, und passend als ich gerade fertig bin, fällt eine bunte Touristengruppe ein, die reserviert hat. Einer, der Reiseleiter, verteilt und erklärt die Karten, bestellt anschließend für alle. Soviel Fürsorge ertrage ich gerade nicht; also raus, denn ich will ja auch noch das Denkmal "Trabbi auf Beinen quo vadis" an der deutschen Botschaft sehen. ![]() Meine letzte Mission: Geld loswerden. In Unkenntnis der preislichen Gegebenheiten habe ich zu viel davon umgetauscht und nun Not, es loszuwerden. Der Billa, ein großer Supermarkt, hat allerdings Becherovka in Massen im Angebot, und so setze ich dort um, was noch umzusetzen ist, für viele leckere Cocktails daheim. Am Abend habe ich etwas vor, auf das ich mich freue, weil ich es daheim kaum tue: Fernsehen. Dr. House, und das ist nicht diskutabel. Am nächsten Morgen geht es dann auch schon wieder nach Hause, um nur ein ganz paar wenig lange Stunden verzögert durch streikende Flughafenbedienstete, in denen ich mir von daheim per SMS mitteilen lasse, wie der Stand der Dinge ist, und in denen der männliche Teil eines Rentnerehepaares Ich bin und bleibe ratlos, was ich von dieser Stadt halten soll. Klar, sie ist schön, aber Schönheit allein hat mich noch nie gereizt. Ihr fehlt ein wenig das Subversive, vielleicht auch Studentische; mir fehlt an ihr das Spannende, auch der Gegensatz zwischen Altem und Modernem, ich langweile mich ein bisschen; gerade hier, wo es schon geschichtlich bedingt alles andere als langweilig sein dürfte. Vielleicht ist das alles aber auch nur ein wetter- und stimmungsbedingtes Missverständnis. Wer wäre ich, über diese Stadt zu richten?
...
Leicht boshaft darüber nachdenken, das neue Katz aus purer Garstigkeit dem L. gegenüber, der das britische "r" so wenig wie das "th" aussprechen kann, Ruby Tuesday zu nennen.
21
März
Nachgefragt.
Dauerwelle, vollkommen unironisch getragen - geht das eigentlich noch in diesem Land im Jahre 2008 des Herrn?
... ältere Stories
|