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30
September
Guck mal, die sieht aus wie die Schwester von Yvonne.
Hatte ich schonmal erwähnt, dass ich es ausgesprochen unhöflich finde, wenn Menschen, bei denen ich stehe, mit denen ich im Grunde genommen ein Gespräch führe, wenn auch nur über Siphons, so tun als wäre ich nicht da und sich über mich unterhalten?
Fehlt nur noch, dass sie Vergleiche anstellen (Naja, den hübscheren Hintern hat aber Yvonne. - Aber dafür ist die hier so nett blass).
Headhunter.
Man denkt ja, sowas passiert nur anderen.
Wenns dann einem selbst passiert, ist es erst einmal unspektakulär. Dann fühlt man sich gebauchpinselt. Dann liest man die Unterlagen und will ablehnen. Dann denkt man: Ach, kostet ja nix außer ein wenig Zeit. Geh ich also hin und guck mir an, wie ich geködert werden soll. Ansonsten: wieder aufrecht, alles beisammen. Danke für die freundlichen Worte.
29
September
Einen großen Teil der Kindheit verbrachte ich bei meinen Großeltern, lieben und einfachen Menschen, die mir die kleinen Wesentlichkeiten und Unwesentlichkeiten des Alltags beibrachten.
Gespült wurde dort nicht in einer Spüle, denn die gab es nicht, sondern auf dem großen Küchentisch in zwei Schüsseln. Dort war es besonders wichtig, dass möglichst wenig Wasser verschüttet wurde - es hätte den Tisch aufweichen können, außerdem ist ein Spülwassersee mitten in der Küche alles andere als angenehm. Mir als Zwerg passierte es natürlich gelegentlich, dass ich im Überschwang der Freude über das schäumende Spülwasser etwas zu heftig in der Schüssel fuhrwerkte, so dass es eben doch über den Rand schwappte. Ich war schnell und wischte eifrig die Wasserlache auf dem Boden weg. Und wieder. Und wieder. Meine Großmutter zeigte mir, dass es wichtig ist, wo man zur Schadensbegrenzung ansetzt, nämlich oben auf dem Küchentisch, von wo das verschüttete Wasser immer nachlief und meine Bemühungen auf dem Boden zunichte macht. Heute weiß ich nicht, was Ursache ist und was Wirkung. Wirklich nicht. Also erstarre ich in Bewegungslosigkeit. Und warte.
This is a low
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