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01
Februar
Befremdlich: Die Informations- und Sensationsgeilheit mancher Menschen.
Das muss ich streichen, ich lese Blogs. Egal. Ich meine nur, so konzeptuell. (Hat das Kind eigentlich einen Vater? Warum Kaiserschnitt?). Und wie meine Antwort "Das kann ich dir gar nicht sagen" nicht als das verstanden wird, was sie ist: Ausdruck meines Unwillens, Details des Lebens anderer, mir nahestehender Personen zufällig fragenden Anderen preiszugeben.

Der Anwalt war zu smart, als dass ich ihn mögen könnte. Wichtiger ist ja eh, dass er seine Arbeit gut macht.

Wie konnte ich auch davon ausgehen, beim Bäckerladen mit ec-Karte zahlen zu können, wenn ich ausnahmsweise ohne Frühstück und Bargeld aus dem Haus gehe. Dumm. Und hungrig.

Der grimmig aussehende, ungepflegte Mann hat eine Tasche mit der Aufschrift "Sympathieträger" an der Hand. Immer optimistisch bleiben!

Zunehmend dünnhäutiger.

Strategien, an eine Empfehlung zu kommen: Die Situation so nehmen, als wäre sie real, und hoffen, dass das, wofür sie einen schätzen und weswegen man überhaupt dort ist, schon alles richten wird.
Demnächst dann: Wie Strategien scheitern oder auch nicht scheitern können.

Beschluss: Nie wieder ein Wochenendseminar in Kunstgeschichte belegen! Die immer und zwangsweise vorhandenen ein bis drei Selbstdarsteller-Schwurbelschwätzer haben an so einem Wochenende einfach zu viel Zeit am Stück, ihre Hirnwichse ans Licht zu lassen. Die gesamte.

Beschluss, zwei: Niemals von etwas überzeugt sein, das ich im Zweifelsfall nicht auch plausibel formulieren könnte.

Beschluss, drei: Bald mal wieder Tanzen gehen.

Beschluss, vier: Jetzt ein kleines Eis. Gegen den Hals.
[Leben. All das.]
 
 
14
Januar
How I met your 2011.
Als meine Chefin sich am 30.12.2010 von mir verabschiedete, tat sie es mit diesem Satz: "2011 wird dein Jahr, freu dich drauf!".
Noch bevor 2011 anfing, war klar, es würde Anlaufschwierigkeiten geben, mit diesem mein Jahr sein (Freunde sind wir bislang nicht geworden).

Silvester 2010/11 verbrachten der kbB und ich nämlich in der Wechselschicht nicht etwa auf einer grandiosen (oder von mir aus auch schlechten) Party, sondern im Schlafzimmer (nicht etwa anständig Unanständiges tuend), anständig von oben einbrechende Wassermassen aufsammelnd und wegputzend. Das taten wir bis zum 01.01.11 (schönes Datum!) gegen Mittag, als sich der Wassereinbruch zu einem Wassertröpfeln abschwächte und ich überlegen konnte, ob lieber Essen oder doch Nervenzusammenbruch (Essen!).

Seit dem 03.01. sind wir krank (wir, wir sind ein wir!), Virusgrippe (ich), tödliche Männergrippe (kbB).
Die zuständige Versicherung sieht sich seitdem nicht dazu in der Lage, eine Schadennummer zu vergeben. Wir campieren (da stand erst "vampieren", haha) im Wohnzimmer mit dem gesamten Inhalt unseres riesigen und inzwischen abtransportierten Einbaukleiderschrankes gleichmäßig um uns herum verteilt; und Kranksein war unter diesen Umständen gut, weil, man fand ja nix wieder. Jetzt bin ich allerdings seit gestern per eigenem Beschluss wieder gesund, und raten Sie mal, was ich habe: Genau. Nix anzuziehen.
Echt nicht. Sie sehen: Mein 2011 hat deutlich Optimierungspotential. (Neue Kleidung kaufen? Klingt nach Optimierung!)

Am Montag fahre ich für eine Woche weg; lernen, wie ich acht Frischlingen ("Sollten Sie unterhaltsame Talente besitzen, nutzen Sie sie, bevor einer der Teilnehmer einschläft oder zu weinen beginnt" <- Auszug aus meinem Trainerhandbuch; ich suche also neben zumutbarer Kleidung auch nach Keulen und roter Plüschnase) ab Anfang Februar beibringen werde, das, was ich tue, mindestens so gut zu tun wie ich selbst (und den kbB mit den ungeheuer lärmigen Trocknern im Schlafzimmer allein lassen). Also, das mache ich, das lernen die Frischlinge nicht (die halten die Finger weg vom kbB!).

Und danach, da habe ich dann gut zwei Monate lang bös schlimmen Stress, und das fast ganz ohne Uni. Wenns dann aber vorbei ist und so erfolgreich war wie ich hoffe, dann gibts Blogsekt für alle (selbst für die, die ich nicht leiden kann). Versprochen!

(Verrückte Zeit, gerade. Komplett. Und wie man zwischen Fronten gerät, ohne überhaupt irgendetwas zu tun, was das rechtfertigen würde.).
[Leben. All das.]
 
 
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