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29
Januar
Ich suche den Dreck, schiebe meine Nase dicht heran, nehme seinen Geruch auf. Schon immer faszinierte Ekelhaftes mich, da wo andere schon längst angewidert den Kopf zur Seite gedreht hatten, ging ich noch ein Stück näher heran, drehte und wendete, sofern es ging, erkundete, was es war, was es mal gewesen war, und was es wohl werden würde. Das ist pathologisch, ich kann nichts dafür.
Ich rieche den Dreck, meine Nase ist fein. So fein, dass sie meinem Hirn signalisiert, gleich wird es stinken, noch bevor sie überhaupt wissen kann, ob es tatsächlich stinken wird, und der Kopfschmerz kommt sofort (auch so eine angewöhnte Überempfindlichkeit). Als Schutzmechanismus denkbar ungeeignet, es hindert mich nicht, im Dreck zu wühlen, vorübergehend. In ihrem wunderbaren Lied "Oh Bauer" behaupten Jeans Team Wenn du fegst, musst du dir vorstellen können, wo der Dreck liegt und ich glaube, sie haben Recht. Manchmal möchte ich gar nicht fegen. Und riechen auch nicht. Wenn es blau wird am Abend und die Beine nicht mehr halten.
28
Januar
![]() © Marc Steinmetz und viele weitere Fotoserien, z.B. über Polarforschung, Glasaugenherstellung, Karakorum, Dschingis Khans Residenzstadt.
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