| letzte Kommentare / Ach, ach. All diese... monolog / .... und nach all... kopfherz / Oh, danke. Da freu... monolog / Öh, nö.... monolog / ... auch nach all... kopfherz / Sind Sie in Hamburg... arboretum / Super, ne? Ich hab... monolog / Ach, in der Luft... kid37 / Erledigt :) Da... monolog | |
![]() |
|
|
... neuere Stories
01
März
Sie sitzt wieder an der Kasse, meine Lieblingskassiererin vom Lebensmittelmarkt neben der Arbeitsstelle.
Letzte Woche stand ich bei ihr, meine Einkäufe aus der Apotheke nebenan in der Hand, auf dem Band die typischen Erkältungsdinge: Milch, Honig, Tee, Taschentücher. Weil sie immer fragt, fragte sie auch dieses mal "Wie gehts?", schaute mich rotnasig an und redete weiter "So wie mir, Sie Arme." Wir bedauerten uns gegenseitig ein wenig, ich schenkte ihr mein Apothekensalbeibonbon, dann ging ich, weiter arbeiten. Heute komme ich wieder zu ihr, sie fragt wie immer "Wie gehts?", schaut mich an und redet weiter "Ihnen gehts ja immer noch nicht besser; bei mir ist alles klar, ich habe gute Medizin und diese Salbeibonbons. Nehmen Sie eins, das hilft." Ich schaue zweifelnd - ich hasse Salbei. Das unbedachte Stopfen einer Salbeitamponade nach Entfernen eines Weisheitszahnes führte vor ein paar Jahren beinahe zur öffentlichen Zurschaustellung meines Frühstücks, die Nähe eines Kräuterbonbonverkaufsstandes ertrage ich nicht - aber sie besteht darauf, dieses Bonbon loszuwerden, und zwar an mich. Ich erfahre, dass ich ein gutes, wirksames Bonbon kriege, ein echtes gekauftes aus der Apotheke, nicht so einen Werbemittelkram. Und, dass es viel besser schmeckt als das, was ich ihr letzte Woche dagelassen habe. Seufzend nehme ich es an, es gibt kein Entkommen, die anderen Kunden sind nicht gerade begeistert von unserer kleinen Unterhaltung und möchten sie beendet sehen. Draußen teste ich es, und sie hat Recht: Dieses Bonbon ist ganz erträglich. Es ist kein Vertreter meiner künftigen Lieblingssorte (die Schokolade fehlt), aber dafür, dass die Sorte eine von den gesunden ist, schmeckt es wirklich gut, und das Kratzen im Hals lässt auch nach. Sie ist meine Lieblingsverkäuferin dort, und ich weiß warum. Sie ist die einzige, die immer freundlich ist, außer man ist es nicht zu ihr, sie schaut ihre Kunden an, wenn sie sie begrüßt, und sie erkennt sie wieder. Und ab und zu sorgt sie sich um ihre Kunden. Dafür wird sie nicht bezahlt und es ist weit mehr als von einer Kassiererin im Lebensmittelmarkt erwartet werden kann.
29
Februar
What kind of thinker are you?
Wenn überall getestet wird, will ich auch.
Mein Testergebnis, den "intrapersonal thinker", und Graham Greenes Gesellschaft lasse ich gern gelten.
Die Nachbarn renovieren ihre Wohnung. Seit Wochen sind sie bereits zugange, hämmern, klopfen, tragen Möbel raus. Sie bewohnen eine Wohnung über Eck, eine Etage tiefer, ich kann sie sehen, wenn ich am Frühstückstisch sitze.
Sie sind mit Spaß bei der Sache, obwohl sich die Renoviererei hinzieht. Die nächste Wohnung, die ich beziehe, will ich wieder selbst renovieren; will Farben und Muster für die Wände und Decken aussuchen, Rahmen streichen, Raumteiler selbst bauen und aufhängen. Einige Möbel werden eine neue Lasur brauchen, und ich werde schwitzen, Muskelkater haben wegen vieler ungewohnter Bewegungen, manchmal fluchen, abends erschöpft ins Bett fallen. Auf keinen Fall werde ich Möbel in eine fertig renovierte, steril weiß gestrichene Wohnung tragen. Ich werde mir die Wohnung zu Eigen machen, vielleicht teile ich sie auch.
... ältere Stories
|