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29
Oktober
Kiosk am U-Bahnausgang
Im Vorbeigehen nehme ich drei handgeschriebene Zettel wahr.
Zettel eins:"Hallo du, du willst freundlich begrüßt werden, wenn du was bei mir kaufst." Zettel zwei:"Auch wenn du nichts bei mir kaufst, könntest du doch mal freundlich hereingrüßen, das kostet nichts." Zettel drei:"Ich wünsche dir einen schönen Tag." Ist vielleicht ein bißchen viel verlangt in einer Großstadt. Angemessener wäre sicherlich auch ein Zettel folgenden Inhaltes gewesen: Hallo, liebe Diebe. Wirklich nett, dass ihr meinen Kiosk nur einmal im Monat leerräumt, und ganz heißen Dank dafür, dass ihr die Einrichtung heil lasst. Während ich noch überlege, ob ich dem Kioskbesitzer das mal empfehle, stelle ich fest, dass er mürrisch auf seinen Minifernseher glotzt. Hat wohl die Tagschicht geschrieben, diese Zettel.
Großstadtleben
(Wie) geht man mit einander um?
Gibt es ein Miteinander - oder nur aneinander vorbei? Der Wunsch nach Aufmerksamkeit, Begegnung, Freundlichkeit ist legitim, meint man. Am U-Bahn-Ausgang, wo üblicherweise nur gehetzte, genervte bis gequälte Gesichter zur Schau getragen werden, zeigt die Großstadt nicht gerade dort ein besonders häßliches Gesicht? Wenn es gerade dort jemandem auffällt, jemand gerade dort gegenzusteuern versucht - ist das nicht auch legitim? Kioskbetreiber brauchen ein ziemlich dickes Fell, schätzt man. Kommen vermutlich kurz nach dem Klo-Wartungspersonal. Vielleicht etwas Nachsicht üben? Hatte gar keine Wertung abgegeben.
Generell galt für mich, als ich aus einer kleinen, lediglich so genannten Großstadt in die wirkliche Großstadt zog, weiterhin, dass ich Menschen offen ansah, die auf mich zukamen, und den zurückgrüßte, der mich grüßte. Warum auch nicht?
Nach den ersten Wochen, in denen ich in Bahnen und auf Straßen die Bekanntschaft wirklicher Freaks, Verwirrter und sonstiger Wesen gemacht hatte, beschloss ich, etwas weniger offensichtlich interessiert durch die Stadt zu laufen. Erspart einem eine Menge, wirklich. Gegensteuern ist legitim, keine Frage, auch wenn ich am Erfolg dieses Unterfangens zweifle. Eine Großstadt ist kein Dorf, in dem sich jeder für alles interessiert, was nebenan passiert. Und das ist gut so. Meine Meinung, deswegen wohn ich hier. Worauf ich aber eigentlich hinauswollte, ist dass der Gesichtsausdruck des Inhabers nun wirklich nicht so wirkte, als wolle er gegensteuern, sondern eher wie der der typischen Kioskbesitzers, gelangweilit bis genervt. |