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20
November
Gelassen werden.
Eben, mit meiner neuerdings auf dem Eso-Trip befindlichen Freundin N. in der Meyerschen. Eigentlich muss ich nur mal eben Herrn Keuner abholen, der dort schon was länger auf mich wartet, als ihr einfällt, sie braucht auch noch ein Hare Krishna-Ayurveda-Buch. OK, erledigen wir das doch auch gleich.
So finde ich mich inmitten der "Esoterik / Lebenshilfe" betitelten Abteilung wieder und sehe mich ein bisschen um, während ete schon verzückt auf dem Boden rumkrabbelt (Ayurveda ist ganz unten einsortiert. Warum eigentlich?). Lebenshilfe, gar nicht mal schlecht, kann ja jeder mal brauchen. Wat gibbet denn so? Aha, Dale Carnegie (Scheiß Motivationsbücher macht auch die Firma Scheiß Motivationsbuchfirma, frei nach Helge Schneider), davon musste ich bereits alles Erwerbbare meiner Mutter schenken, die mich auch noch nötigen wollte, diese Absonderungen selbst zu lesen und, wichtiger, zu beherzigen. Unnötig zu erwähnen, dass ich dem tapfer widerstanden habe - wäre ich sonst heute hier? Was noch? Drei Wege zur inneren Ausgeglichenheit (Saufen, saufen, saufen?). Lerne dich selbst lieben (Anleitung zur Onanie?). Wahre Kraft kommt von innen (Wenn rohe Kräfte sinnlos walten...?). Lebenshilfe durch PSI (Den Faktor hab ich noch nie verstanden). 365 mal positiv denken (Reicht auch die Quersumme?). So recht komme ich da nicht weiter. Bis mir ein Buch in die Hand fällt, das ich so versonnen anlächle, dass N., inzwischen wieder vom Boden erhoben, mich fragt, was ich denn so grinse. Das Buch in meiner Hand hat den Titel "Gelassen werden", ich selbst habe ein Exemplar davon vor Jahren in einer kurzen Anwandlung von Besserungswillen gekauft und nach der Lektüre von gut 1/3 quer durch mein damaliges Jugendzimmer im Haus meiner Eltern vor die Wand geschmissen, mich am platschenden Geräusch erfreut, zudem beschlossen, lieber ein aufbrausendes Miststück zu bleiben als jemals so gleichgültig zu werden, mein Verhalten den Leitsätzen dieses Buches anpassen zu können. Erkenntnis des Tages: Dies ist mir hervorragend gelungen. Darauf ein Eis. Und einen Cappuccino.
*klatschindiehände*
esobücher und lebenshilfe. da bleibe ich auch lieber wie ich bin. sollen sich doch die anderen diese bücher kaufen, die nicht klar kommen. ich amüsier ich mich immer, wenn da so manch lebensrettender mensch mir hilfegebend unter die arme greifen will ;-)
Herr Keuner erstanden :-) - das ist doch Lebensberatung pur. ;-)
Aber unaufdringliche, die nicht
ungefragt hereinstürmt und mir den erhobenen Zeigefinger zeigt
Das ist was Anderes :o) Was die Eso-Books anbelangt, ist im Titel was weggefallen:
hätte eigentlich: "Liegen gelassen werden" heißen sollen. ;-) Immer diese schlampigen Setzer! ;o)
Ich glaube, das war tätsächlich das eine Buch, welches ich jemals weggeschmissen habe. Ansonsten hab ich das nicht übers Herz gebracht, sondern ungemochte Bücher lieber verschenkt. Aber im näheren Bekanntenkreis wollte auch niemand gelassener werden ;)
Ist Verschenken
von ungeliebten Büchern nicht etwas hinterhältig? Gegen das Beschenken kann man sich so schlecht wehren.
Ich verkaufe so Bücher übrigens, dann kann niemand sagen, was verschenkt denn der fürn Scheiss. ;-) Damals gabs noch kein Ebay.
Und meine Lust, mich früh morgens auf einen Trödelmarkt zu stellen, war und ist ebenfalls extrem begrenzt.
Es gab durchaus erfreute Abnehmer für einiges an Frauenliteratur (von z.B. Hera Lind, ich gestehe), die auf komischen Umwegen ihren Weg zu mir gefunden hatte ;) Von
HL habbich glaube ich ihr erstes gelesen. Aber da sind noch ganz andere Leichen in meinem Keller - korrekt gesagt stehen die offen im Bücherregal - die ich dringend loswerden will, und zwar nicht nur weil sie Platz wegnehmen. ;-)
Hm,
gerade mal ums Eck ins Regal geguckt und festgestellt, dass ich Henry Millers *Stille Tage in Clichy* eigne, wusst' ich garnicht mehr - wobei das sicher keine Leiche im Keller ist.
Die ist z.B. das Büchlein *Annabelle - Der widerspenstigen Zähmung*. Ich könnte mich ja jetzt rausreden und erzählen, das hätte ich versehentlich gekauft, weils so nett nach maso klang - aber nein, auf der Rückseite steht laut und deutlich: *Ein bezaubernder Liebesroman, heiter und amüsant.* Und ich gestehe, ich habe den tatsächlich gelesen, iss allerdings einige Zeit her. Ich versuche die Liebesgeschichten jetzt im reallife zu erleben. Das ist zwar manchmal etwas anstrengender, dafür umso schöner. ;-) Achja, falls die Frage auf erotisches abzielte, da sind zwar noch einige wenige vorhanden, doch die sind ebenfalls keine Leichen sondern wirklich sehr hübsche gut lesbare Romane, bei denen das Licht nicht beim Betreten des Schlafzimmers oder der Scheune ausgeknipst wird.
mnemosyne
(link
)
ich befürchte,
ich kann den henry miller mit einer ausgabe von "rückkehr nach roissy" toppen, die bei mir rumschwirrt (die ich aber behalte, weil da so ein niedlicher 70er-jahre-"vosicht unanständig"-vermerk drinsteht).
und "frauenliteratur" besitze ich peinlicherweise auch. aber hera lind habe ich einmal gelesen und nie wieder angefasst, ich schwöre! ;-) H.L.
kam auch nur einmal vor - ich glaube, nichtmals selbst gekauft. Außerdem: so kleine Schwächen sollen ja sympathisch machen - hat mir mal jemand gesteckt ;)
Och, und Eso - muss jeder selbst wissen. Ich muss nur schrecklich lachen bei der Vorstellung, wie N. morgens in der Schule ihren Krishna-Gesang anstimmt - direkt nach VNV ;)
Ich muss ja leider
zugeben, dass ich mir diesen ganzen Eso-Quatsch auch mal angetan habe. Bin aber von dem Trip inzwischen runter. Aus diversen Gründen. Faulheit ist einer davon. Ist mir zu viel Arbeit, mich derartig zu verdrehen. Und wofür? Ist das nicht auch nur eine Art von Gehirnwäsche? I am what I am. Und das bleib ich auch.
Darum ein Applaus für Frau Monolog, die diese Einsicht offenbar wesentlich eher hatte als ich. Und ich "tröste" mich mit er Tatsache, dass meine Mutter noch immer den ganzen Mist liest... Das Problem,
sowas lernt man nicht aus Büchern, dazu braucht es gute Lehrer, besser gesagt Vorbilder - das gilt nicht nur für esoterisches. Da kommt noch erschwerend hinzu, dass in dem Bereich tatsächlich viel Quatsch in Umlauf ist. Und ändern an sich oder seinem Leben tut man in aller Regel erst, wenn es unerträglich zu wird und manchmal nicht mal dann.
Mir fällt in dem Zusammenhang der Spruch ein: Many people would rather die than think; in fact, most do. (Bertrand Russell) ;-)
"Selber atmen"
war mal die Devise. In den 80igern war man da nich so zimperlich, was Eso-Erfahrungen anbelangt. Das Astrologie-Studium, das ich da mal absolvierte (nebenberuflich), hab ich auch nie bereut.
Es gibt Erfahrungen, die man nicht unbedingt noch mal machen aber auch keinesfalls missen möchte. Auf den Zeiger gingen mir immer nur diese weichgespülten Konfliktvermeidungsstrategen, die sich hinter pädagogischen Konzepten verstecken wollten, Marke: du weißt du mit deiner Aggresivität kann ich jetzt gar nicht gut umgehen du. Ach du weiß du,
diese negative Einstellung von dir jetzt dazu sollten wir mal gruppendynamisch ausdiskutieren. Mit Hirsekeksen und Matetee ;o)
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