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11
Februar
Caught in a trap.
We can't go on together
With suspicious minds
And we can't build our dreams
On suspicious minds
--Elvis/Suspicious Minds.


Beim Zusammenstellen der Party-Playlist auf dieses Lied treffen, breit
grinsend aufspringen und mit ausgebreiteten Armen mitsingen, mitten im Wohnzimmer um mich selbst drehend; der Rock dreht mit und der Kopf auch gleich. Am Ende außer Atem auf den Stuhl fallen, daran denken, wie ein Gast meiner Geburtstagsfeier dieses Lied damals mitten in der Nacht in den frühen Morgenstunden aus dem Küchenfenster heraus in den Innenhof schmetterte, alkoholumduselt aber stimmstark. Und dann, was für Zeiten das waren, damals. Wie glücksduselig und verklärt, wie anders. Als die N. mich im Gehen zur Seite nahm und mir etwas ins Ohr flüsterte, das so unerhört wertvoll war, weil ich es nicht glauben kann, nicht glauben will, an anderen Tagen. An solchen Tagen schon, aber die sind selten. Und lang vorbei sind sie auch.
[Leben. All das.]
 
 
10
Februar
Pop am Rhein.


Die Ausstellung "Pop am Rhein" geht in ihre letzte Woche, so dass es nun langsam wirklich pressiert, den müden Körper an einem faulen Sonntagnachmittag doch aus der gemütlichen Wohnung zu zwingen.
Schon beim Ankommen eine freudige Überraschung: es gibt Live-Musik, eine Kölner Band namens backyard poetry, die angenehmen Folk-Pop macht und mittendrin aufspielt - dies gilt wohl als Konzept der Ausstellung, wie auch der Verkauf von Getränken - man wolle es eben nicht klinisch haben. Sehr angenehm.



Zu sehen gibt es vieles - Installationen aus dem Düsseldorfer Künstlerlokal Creamcheese Lounge, Fotos, eine in der Wendeltreppe nach oben angebrachte Übersicht der kulturell und politisch relevanten Ereignisse seit den 60er Jahren, Plattencover, Zeitungsschnipsel und Fanzines, gebundene Popliteratur (leider nicht zum Blättern). Bunt, schräg und interessant - sofern man Zeit und Ruhe hat.



Dass ich nicht so richtig wach bin, erkenne ich bald daran, dass ich
eine Kraftwerk-Aussage, ganz der geborene Ruhrgebietler, der ich nunmal
bin, als "Mach hinne!" interpretiere und den Begleiter stirnrunzelnd
frage, ob ihm diese Aussage aus diesem Umfeld wahrscheinlich vorkomme. Als er mich sehr ungläubig anschaut, dämmert mir auch schon mein Wahrnehmungsfehler.



Über den Pelz, den Doris im März trägt, amüsiere ich mich ebenso wie über die Selbstbeweihräucherung im Raum, der sich eher mit den 90er Jahren beschäftigt - also den Jahren, die ich durchaus schon aktiv und kritisch erlebt habe. Jedem das seine, aber das größte ist und bleibt natürlich Berlin. Sage ich dem Begleiter, der wiederum daraufhin die Stirn in Falten legt und sich scheinbar überlegt, ob er wirklich dorthin umsiedeln will. Also schnell das Thema wechseln und darauf hinweisen, dass ich die Flyerrondelle bereits vor Jahren in einer anderen Ausstellung gesehen habe. Gegen ein wenig Zweitverwertung ist natürlich nichts einzuwenden.



Auf dem Heimweg stachelt mich der Begleiter mit der Anmerkung, das ausgestellte Kunstobjekt im Schaufenster einer Galerie sehe aus wie ein Alienpopel, zu haltlosem Kichern an; ich muss ihm zustimmen und wir beschließen, einen guten Nachmittag mit einem guten Stück Kuchen zu beschließen. Der Kuchen ist zwar, genau wie der Kaffee, nicht so gut, aber das kann unserer Laune dann auch keinen Abbruch mehr tun.
[Devotionalienschrein]
 
 
Ready! Steady! Go!


"Ich bin zu alt für dich."
"Bist du zu alt für mich oder bin ich zu jung für dich?"

[Abt. Fragen, die einen unvorbereitet aus dem Hinterhalt treffen]
[Leben. All das.]
 
 
wechselnd anwesend seit 8150 Tagen
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The good, the bad & the ugly
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